Kaiserzeit - Wilhelm II.

Kaiser Wilhelm I. Ölbild im Kaiserlichen Botschaftspalais. Reineke nach Paul Bülow, 1893 Bild vergrößern Kaiser Wilhelm I. Ölbild im Kaiserlichen Botschaftspalais. Reineke nach Paul Bülow, 1893 (© Özer Kürklü) Gebaut wurde die ehema­­lige kaiserliche Botschaft des Deutschen Reiches in der Regierungszeit von dessen Gründer, Wilhelm I. (1861-88). Ihre Glanzzeit erlebte sie jedoch unter Kaiser Wilhelm II. (1888-1918).

Zu seinem ersten Besuch in Konstantinopel entschloss sich Wilhelm II. schon im ersten Jahr nach seinem Regierungsantritt (1889), übrigens nicht zur Freude Bismarcks, der England, Frankreich und Russland nicht misstrauisch machen wollte. Die kurze Vorbereitungszeit liess Sultan Abdülhamit II. (Regierungszeit 1867-1909), zu dem Wilhelm II. in den folgenden 20 Jahren eine besondere Freundschaft entwickeln sollte, nur wenig Gelegenheit, das zur Unterkunft von Wilhelm II. und Kaiserin Augusta Victoria bestimmte Şale Köşkü, ursprünglich ein Schweizer Holz-Chalet, im Yildiz-Park auf dem europäischen Ufer des Bosporus repräsentativ herzurichten. Kurzerhand baute man deshalb einige Holztüren aus dem unten am Bosporus gelegenen Çirağan-Palast aus und im Şale-Koşkü ein.

Beim zweiten Besuch des Kaiserpaares im Rahmen der berühmten Orient-Reise Wilhelms II. im Jahre 1898 hatte man mehr Zeit, und das Gästehaus wurde um einen Trakt erweitert. Zu dem im Rahmen des prunkvollen Besuchsprogramms ursprünglich vorgesehenen Besuch Abdülhamits II. in der kaiserlichen Botschaft kam es jedoch nicht. Der bereits für ihn angefertigte prachtvolle Thron, auf dem er im grossen Festsaal der Botschaft hatte Platz nehmen sollen, wurde nicht gebraucht.

Kaiser Wilhelm II. Ölbild im Kaiserlichen Botschaftspalais. Max Fleck 1916 Bild vergrößern Kaiser Wilhelm II. Ölbild im Kaiserlichen Botschaftspalais. Max Fleck 1916 (© Generalkonsulat Istanbul / Özer Kürklü) Der dritte Besuch Wilhelms II. in Konstantinopel fand 1917 auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkriegs und im Rahmen einer Balkanreise statt, die der Rückenstärkung der südöstlichen Bundesgenossen des Reiches dienen sollte. Der Kaiser reiste dabei mit der Bahn, denn der Seeweg wurde bereits von der britischen Flotte beherrscht.

Das Kaiserbild rechts datiert von 1916 und war eigentlich als Geschenk Wilhelms II. an Sultan Mehmet V. gedacht. Nach langem Bahntransport über den Balkan konnte es jedoch wegen der Kriegswirren 1918 weder übergeben noch zurückgeschickt werden. Deshalb befindet es sich auch heute noch im Generalkonsulat, wo es einen der drei kleineren Festsäle schmückt.

Die Adler

Der Adler in den Toren

"Es ist wahr, daß es überall Adler gibt: Auf dem Dach, auf den Tür- und Fenster­­verkleidung­­en, sogar auf den Kachel­­öfen..."

Zwei Brunnen

Brunnen, Marmor, 1906, Geschenk des Sultans Abdülhamids II. mit Widmungsinschrift

Vor dem Gebäude, neben der Einfahrt, ragt ein Marmor­­brunnen auf. Er wurde 1906 als Geschenk Sultan Abdülhamits II. an die kaiserliche Botschaft errichtet, als diese an die von ihm gebaute Wasserleitung angeschlossen wurde.

Alte muslimische Gräber

Familiengrabstelle des Silahtar Ali Ağa und seiner Familie im Garten des Generalkonsulats

Das Generalkonsulat neben einem ehemaligen muslimischen Friedhof erbaut. In seinem Garten (hinter dem Gebäude) befinden sich auch heute noch die Gräber des Familienangehörige des Oberstbarbier (Berberbaşı) Ali Ağa.