Unterschriftsbeglaubigungen

notarielle Beurkundung Bild vergrößern (© dpa - Report) Bei einer Unterschrifts­beglaubigung unterschreiben Sie vor einem Konsularbe­amten oder bestätigen gegenüber diesem, dass die Unterschrift auf einem mitgebrachten Dokument die Ihre ist. Die Auslandsver­tretung bringt dann einen sogenannten Beglaubigungsvermerk an. Damit wird bestätigt, dass tatsächlich Sie unterschrieben haben.

Unterschriftsbeglaubigungen werden von Behörden und Institutionen bei bestimmten Rechtsgeschäften verlangt. In Deutschland nimmt die Unterschriftbeglaubigung ein Notar oder eine Behörde, beispielsweise das örtliche Bürgeramt, vor. Im Ausland können deutsche Konsu­lar­beamte Unterschriften beglaubigen.

Eine Belehrung über die rechtliche Bedeutung des zu unterzeichnen­den Dokuments findet bei einer Unterschrifts­beglaubigung nicht statt. In vielen Fällen ist die Unterschriftsbeglaubigung ausreichend, um ein Dokument rechtlich wirksam werden zu lassen. Manchmal bedarf es aber auch einer Beurkundung, weil eine rechtliche Belehrung gesetzlich vorgeschrieben ist. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Unterschriftsbeglaubigung oder eine Beurkundung benötigen, schicken Sie uns bitte eine kurze E-Mail oder ein Fax mit Ihren Daten und Angaben dazu, um was für ein Dokument es sich handelt, und/oder eine Kopie des Dokuments, wir werden Sie gerne dazu beraten.

Einige Beispiele für Unterschriftsbeglaubigungen sind im Folgenden aufgelistet:

  • Genehmigungserklärung: Erklärung, mit der ein Vertretener einen in Deutschland bereits unterzeichneten Vertrag im Nachhinein genehmigt;
  • Vollmachten: "einfache" Vollmachten, in denen sich der Vollmachtgeber weniger stark bindet, z.Bsp. widerrufliche Vollmachten für ein einzelnes Rechtsgeschäft. Achtung, manche Vollmachten sind beurkundungsbedürftig.
  • Handelsregistereintragungen
  • Beantragung eines Führungszeugnisses
  • Erklärung zur Ausschlagung einer Erbschaft: Wenn Sie geerbt haben, aber die Erbschaft nicht annehmen möchten, weil beispielsweise der Nachlass überschuldet ist, müssen Sie die Erbschaft förmlich ausschlagen. Hierfür ist eine Unterschriftbeglaubigung notwendig.
  • Für Unterschriftsbeglaubigungen bei Namenserklärungen oder Ehefähigkeitszeugnissen lesen Sie bitte unter den entsprechenden Stichworten weiter.

Zur Unterschriftsbeglaubigung bringen Sie bitte mit:

  • das zu unterzeichnende Dokument;
  • bei Genehmigungserklärungen: den bereits geschlossenen Vertrag;
  • ein gültiges amtliches Ausweispapier mit Lichtbild: deutschen oder türkischen Reisepass, deutschen Personalausweis oder türkischen Nüfus Cüzdanı, etc.
  • Falls Sie für einen Dritten oder für eine Firma unterschreiben: zusätzlich einen Nachweis (im Original oder beglaubigter Kopie) darüber, dass Sie berechtigt sind, für die Firma / die Person entsprechende Dokumente zu unterzeichnen.

Die Gebühr für eine Unterschriftsbeglaubigung orientiert sich am Wert des Rechtsgeschäfts, für das Sie die Urkunde benötigen, und beträgt mindestens 20,00 Euro. Der Wert des Rechtsgeschäfts ist vom Antragsteller nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Wenn Sie die entsprechenden Unterlagen vorab in Kopie an die zuständige Auslandsvertretung übersenden, kann Ihnen diese mitteilen, wie hoch die Gebühr ist.

Unterschriftsbeglaubigungen können (zu den gleichen Gebühren) auch von den deutschen Honorarkonsuln in der Türkei vorgenommen werden, sofern keine Grundstücksgeschäfte berührt sind.

Eine Unterschriftsbeglaubigung kann in der Regel auch durch einen türkischen Notar („Noter“) vorgenommen werden. Bitte klären Sie vorab mit der Stelle in Deutschland, der das Dokument vorgelegt werden soll, ob dies akzeptiert wird. Die Behörde in Deutschland, der das Dokument vorgelegt wird, kann dann zusätzlich auf Beschaffung einer "Apostille" (türkisch „Apostil“ - siehe unter "Beschaffung von Personenstandsurkunden, Urteilen und Echtheitsbestätigungen von öffentlichen Urkunden (Apostillen) bestehen.

Achtung: Erbscheinsanträge und Vaterschaftsanerkennungen und Sorgeerklärungen bedürfen einer Beurkundung. Eine einfache Unterschriftsbeglaubigung genügt in diesen Fällen nicht. Mehr dazu erfahren Sie unter den entsprechenden Stichwörtern.