Auswirkungen der Aussetzung der Pflicht zur Ableistung des Grundwehrdienstes in Deutschland

Wehrpflicht Bild vergrößern Bundeswehrsoldaten eines Wachbataillons in Augustdorf bei Bielefeld bei einem feierlichen Gelöbnis (© dpa - Bildfunk)

Auswirkungen der Aussetzung der Pflicht zur Ableistung des Grundwehrdienstes in Deutschland

In der Vergangenheit konnten sich wehrpflichtige Männer, die die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit haben, entscheiden, ob sie entweder in der Türkei oder in Deutschland ihren Wehrdienst ableisten.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2011 ist in Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt worden, mit der Folge, dass es keine Verpflichtung mehr gibt, Wehr- oder Ersatzdienst leisten zu müssen. In der Türkei dagegen besteht die Wehrpflicht weiterhin.

Nach Auskunft des türkischen Außenministeriums gilt bei türkischen Staatsangehörigen, die durch Geburt oder vor ihrer Volljährigkeit in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, und in Deutschland bis zum 01. Juli 2011 einen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet haben, die Wehrpflicht als erfüllt.

Allerdings kann die freiwillige Ableistung eines Wehr- oder Ersatzdienstes in Deutschland ggfs. zum Verlust der türkischen Staatsangehörigkeit führen. Diese und andere Fragen sollten Sie deshalb vorab mit der zuständigen türkischen Wehrbehörde klären (siehe rechts).

Die Postadresse der zentralen türkischen Wehrbehörde lautet:

T.C. Milli Savunma Bakanlığı

Askeralma Dairesi Başkanlığı (ASAL)

Bakanlıklar - Ankara

Tel.: 0090-312 402 34 10 oder

        0090-312 402 34 11

Zusätzlich können Sie sich auch an das Präsidium für Auslandstürken (siehe rechts) wenden:

T.C. Başbakanlık

Yurtdışı Türkler ve Akraba Topluluklar Başkanlığı

Oğuzlar Mah. Mevlana Bulvarı No: 145

06520 Balgat - Ankara

Tel.: 00 90-312 218 4000 

Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit durch Eintritt in ausländische Streitkräfte

Nach § 28 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) verliert  ein deutscher Mehrstaater seine deutsche Staatsangehörigkeit, wenn er aufgrund freiwilliger Verpflichtung (nicht Pflichtwehrdienst) ohne eine Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung oder der von ihm bezeichneten Stelle in die Streitkräfte oder einen vergleichbaren bewaffneten Verband eines ausländischen Staates, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, eintritt.   Dies gilt nicht, wenn er auf Grund eines zwischenstaatlichen Vertrages dazu berechtigt ist.

Neue Rechtslage seit 6. Juli 2011

Seit dem 6. Juli 2011 gilt diese nach § 28 StAG erforderliche Zustimmung für deutsch-türkische Staatsangehörige als automatisch erteilt. Das bedeutet, dass deutsch-türkische Doppelstaater nicht mehr die deutsche Staatsangehörigkeit gemäß § 28 StAG verlieren, wenn sie ihren Dienst aufgrund freiwilliger Verpflichtung in der Türkei nach dem 6. Juli 2011 angetreten haben. Die Beantragung der Zustimmung nach § 28 StAG ist seit dem 6. Juli 2011 nicht mehr erforderlich.

Für Rückfragen stehen Ihnen die deutschen Auslandsvertretungen gerne zur Verfügung.

Hinweis:

Wir haben die auf dieser Website enthaltenen Informationen mit größter Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen können.

Weiterführende Seiten türkischer Behörden

Für weitere Informationen besuchen Sie die Seite der zentralen türkischen Wehrbehörde und des Präsidiums für Auslandstürken.