Wirtschaftliche Beziehungen

Deutsch türkische Fahne Bild vergrößern Deutsch türkische Fahne (© picture-alliance/ dpa) Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Türkei. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte im Jahr 2013 mit einem Anstieg von nahezu 5% einen neuen Rekordwert von insgesamt 33,8 Mrd. €: die türkischen Exporte nach Deutschland stiegen dabei um 1,4% (13,5 Mrd. €) und die Importe aus Deutschland um 7,1% (21,5 Mrd. €). Konjunkturell bedingt verringerte sich das bilaterale Handelsvolumen in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 5,4% und betrug 24,2 Mrd. €.

Mit einem Investitionsvolumen von nahezu 12,5 Mrd.USD seit 1980 ist Deutschland auch der größte ausländische Investor. Die Zahl deutscher Unternehmen bzw. türkischer Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in der Türkei ist inzwischen auf fast 6.000 gestiegen. Die Betätigungsfelder reichen von der Industrieerzeugung und dem Vertrieb sämtlicher Produkte bis zu Dienstleistungsangeboten aller Art sowie der Führung von Einzel- und Großhandelsbetrieben. In Deutschland beschäftigen rund 75.000 türkischstämmige Unternehmer etwa 370.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 35 Mrd. €.

Deutschland steht auch beim Fremdenverkehr in die Türkei an erster Stelle. Im Jahr 2013 stieg die Zahl der deutschen Touristen auf über 5 Millionen. Bereits im Zeitraum Januar-September 2015 konnte dieser Rekordwert mit nahezu 5,1 Mio. Touristen aus Deutschland überschritten werden. Seit 1985 ist die deutsche Wirtschaft in der Türkei durch ein Delegiertenbüro des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) vertreten. Im Jahr 2004 wurde in Köln außerdem die Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer gegründet. Seit 2012 hat sie ihren Hauptsitz in Berlin und ist mit einer Zweigstelle in Köln vertreten.

Zwischen Deutschland und der Türkei besteht bereits seit 1962 ein Investitionsschutzabkommen; das türkische Gesetz zur internationalen Schiedsgerichtsbarkeit trat im Juli 2001 in Kraft. Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) von 1985 wurde zum 01.01.2011 gekündigt, und ein neues DBA wurde am 19.09.2011 anlässlich des Staatsbesuchs von Präsident Gül in Deutschland unterzeichnet. Es trat rückwirkend zum 01.01.2011 in Kraft.

Im November 2012 vereinbarten Bundeswirtschaftsminister Rösler und der türkische Energieminister Yildiz mit einer „Gemeinsamen Erklärung“ die Intensivierung der bilateralen Kooperation im Energiebereich. Mit dem jährlich tagenden „Deutsch Türkischen Energieforum“ wurde eine neue Plattform für den Dialog zwischen Vertretern aus Politik und Wirtschaft beider Länder im Energiebereich und der Vereinbarung konkreter Kooperations- und Handlungsfelder geschaffen. Das erste Deutsch-Türkische Energieforum tagte im April 2013 unter Leitung beider Minister in Ankara; die nächste Sitzung soll im Frühjahr 2015 in Ankara stattfinden. Im August 2013 vereinbarten die Wirtschaftsministerien beider Länder die Gründung einer Wirtschafts- und Handelskommission, JETCO (Joint Economic and Trade Commission). Geplant ist die Schaffung einer branchenübergreifenden Plattform, mit einer jährlichen Sitzung unter Leitung beider Wirtschaftsminister. Die erste Sitzung soll im Frühjahr 2015 stattfinden.

Weitere Informationen:

http://www.invest-in-germany.de

http://www.dtr-ihk.de