Deutsch-Türkischer Wirtschaftstag am 15. Mai 2014 in Çorum

Deutsch - Türkischer Wirtschaftstag in Çorum Bild vergrößern Deutsch - Türkischer Wirtschaftstag in Çorum (© Deutsche Botschaft Ankara) Der 13. dt.-türk. Wirtschaftstag, den die Botschaft in enger Zusammenarbeit mit der Industrie-und Handelskammer von Çorum, der AHK Istanbul und der Firma Siemens am 15.05. in Çorum (250km nordöstlich von Ankara gelegene Provinzhauptstadt mit ca. 250.000 Einwohnern) veranstaltet hat, stieß erneut auf große Resonanz. Über 120 Firmenvertreter aus den Städten Çorum, Amasya und Tokat nahmen an der Veranstaltung teil und suchten den direkten Kontakt zu den 25 Vertretern dt. Wirtschaftsförderagenturen sowie dt. Unternehmen, darunter Siemens, Mercedes, MAN und Bosch. Botschafter Pohl und der Gouverneur von Çorum Basköy eröffneten den Wirtschaftstag und stellten somit auch die mediale Wahrnehmung der Veranstaltung sicher.

Der dt.-türk. Wirtschaftstag in Çorum hat die Erwartungen der Veranstalter und aller Teilnehmer voll erfüllt. Die Wahl des Standorts Çorum hat sich als richtig erwiesen. Die Region verfügt über beträchtliches wirtschaftliches Potenzial, das auch den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zugutekommen wird. Darauf lassen die Vielzahl der während der Kontaktbörse geführten Gespräche sowie die dabei getroffenen Verabredungen schließen.

Auch im siebten Jahr hat sich das Konzept der dt.-türk. Wirtschaftstage bewährt. Im Kern geht es um die Bereitstellung einer Plattform, auf deren Grundlage sich dt. und türk. Geschäftsleute kennenlernen und weiter vernetzen können mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus beiden Ländern zu intensivieren. Dabei gewinnen die dt.-türk. Wirtschaftstage dadurch an Attraktivität, dass dt. Unternehmen und Unternehmern die Tür zu wirtschaftlich aufstrebenden, bislang aber nicht im Fokus stehenden Regionen der Türkei geöffnet wird. So leistet die Botschaft einen wichtigen Beitrag zur Erschließung weiterer wirtschaftlicher Potenziale im bilateralen Verhältnis.

Wie in der Vergangenheit bestand der Wirtschaftstag aus zwei Teilen: Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Botschafter, IHK-Präsident, Bürgermeister und Gouverneur hatten die dt. Unternehmensvertreter vormittags die Gelegenheit, ihre Geschäftsfelder und Aktivitäten, ihre Erfahrungen vor Ort sowie ihre individuellen Dienstleistungsangebote vorzustellen. Nachmittags fand dann das Herzstück der Veranstaltung, die Kontaktbörse, statt. Diese war ebenfalls sehr gut besucht. Die in der Region ansässigen Firmen und Verbände hatten bereits im Verlaufe der Vormittagspräsentationen großes Interesse an weiterführenden Gesprächen mit dt. Firmen erkennen lassen. Dies zeigte dann auch die Anzahl der Gesprächswünsche, die während des Vormittags registriert wurden. Im Durchschnitt konnten dabei jeweils 4 bis 12 Kontaktgespräche pro Teilnehmer vermittelt werden. Nach fast vier Stunden intensiver bilateraler Gespräche endete die Kontaktbörse gegen 18 Uhr.

Ein attraktives Rahmenprogramm rundete den Wirtschaftstag ab. Aufgrund der Nähe zu Hattusha wurde den dt. Teilnehmern ein Besuch der Ausgrabungsstätte der ehemaligen Hauptstadt des Hethiter-Reichs sowie des dazugehörigen Museums angeboten. Aber auch von der IHK Çorum organisierte Firmenbesuche stießen auf großes Interesse der Teilnehmer.

 

Wirtschaftsstandort Çorum

Çorum ist die Hauptstadt einer türk. Provinz in Nordost-Anatolien, die eine halbe Million Einwohner zählt. Die Stadt befindet sich an dem Punkt, an dem die Schwarzmeerregion und Zentralanatolien zusammentreffen. Çorum ist 170 km von der Hafenstadt Samsun am Schwarzen Meer und 250km von Ankara entfernt; sie liegt 770 m über dem Meeresspiegel. Die Wirtschaft der Region ist geprägt von der Lebensmittelverarbeitung (34%; 144 Betriebe), Maschinen und Gießerei (20%; 99), Baumaterialien (13%; 58), Textilindustrie (6%; 24), Kunststoff und chemische Industrie (6%; 24) und Automobilzulieferindustrie (4%; 17). Der Großteil der Betriebe hat sich in der modernen Industriezone der Stadt angesiedelt.

Ein Drittel der Ausfuhren aus Çorum werden durch die Maschinenindustrie getätigt. Ein Großteil der Produkte werden nach Europa, Nordafrika, in den Nahen Osten und die USA exportiert. Im Jahr 2013 wurden Waren im Werte von 143 Mio. USD ausgeführt (Maschinenindustrieanteil davon 52 Mio. USD). Auch die Lebensmittelindustrie der Stadt ist in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. In Çorum ansässige Hühnerfarmen bringen ein Viertel aller im Land produzierten Eier auf den Markt.