Boğazköy / Hattuscha

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Hattuscha, die Hauptstadt des Hethiter-Reiches, liegt in der Provinz Çorum beim Dorf Boğazkale (früher Boğazköy) im anatolischen Hochland, etwa 170 Kilometer östlich von Ankara. 1986 wurden Hattuscha und das benachbarte hethitische Heiligtum Yazılıkaya als Kulturdenkmal in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. Beide Orte gehören mit der weiteren Umgebung zum türkischen Nationalpark Boğazköy-Alacahöyük.

Die Forschungsgeschichte von Hattuscha

Deutsches Archäologisches Institut Istanbul/Alman Arkeolojik Enstitüsü Bild vergrößern Hattusas (© Deutsches Archäologisches Institut Istanbul/Alman Arkeolojik Enstitüsü)

Die Forschungsgeschichte von Hattuscha beginnt 1834 mit dem französischen Forschungsreisenden Charles Texier, als er die Ruinen der alten Hauptstadt entdeckte, allerdings ohne dass er die vorgefundenen Ruinen richtig zuordnen konnte. Von der Existenz der Stätte wußte man aber aus dem Alten Testament. Hugo Winckler, ein Berliner Assyriologe und Keilschriftforscher, begann 1906 im Auftrag der Deutschen Orient-Gesellschaft, eine Grabung, um zu überprüfen, ob es sich bei den Ruinen um die Hethiterhauptstadt Hattuscha handelte. Zusammen mit dem türkischen Archäologen Theodor Makridi Bey fand er in der ersten Grabungskampagne 1906 den Beweis dafür. In weiteren Grabungskampagnen 1907 sowie 1911/12 wurden an die zehntausend Keilschrift-Tontafelfragmente geborgen, die in akkadischer Sprache verfasst waren. Nach dem Ersten Weltkrieg ruhten die Grabungen für mehr als ein Jahrzehnt und wurden erst 1931 unter der Leitung von Kurt Bittel wieder aufgenommen. Winckler sowie auch später Bittel stießen auf die Tontafel-Archive der hethitischen Könige, die u. a. die internationale Korrespondenz und Verwaltung enthielten. Nach kurzer Grabungszeit hielt Winckler den in Akkadisch verfassten Friedensvertrag zwischen Ägypten und Hatti in der Hand, der zwischen Hattušili III. und Ramses II. geschlossen worden war – der erste bekannt gewordene und bedeutende Friedensvertrag der Weltgeschichte, den wir besitzen.

Die Erforschung der hethitischen Kultur sowie ihrer Vorläufer und Nachfolger ist das Ziel der heutigen Forschungen. Weiterhin stehen Aspekte der Wirtschaftgeschichte und der Siedlungstopographie im Vordergrund der Forschungen.

Rückgabe der „Sphinx von Hattuscha“ Bild vergrößern 2011 sorgte die Rückgabe der „Sphinx von Hattuscha“ aus dem Museum für Vorderasiatische Kunst in Berlin für internationales Aufsehen. Es handelt sich dabei um eine der beiden 1907 von Otto Puchstein bei der Freilegung des Sphinx-Tors, der zentralen Toranlage im Süden der Stadt, gefundenen Sphinx-Figuren. Diese Kalksteinplastiken waren durch Feuereinwirkung zerplatzt und die Fragmente wurden während des Ersten Weltkriegs zur Restaurierung nach Berlin gebracht. Die besser erhaltene Sphinx wurde restauriert und kehrte 1924 in die Türkei zurück. Die zweite, sehr stark beschädigte, blieb in Berlin. Seit November 2011 sind nun beide Plastiken im Museum von Boğazkale zu bestaunen. Ein Besuch dieses kleinen, aber durch seine Funddarstellung beeindruckenden Museums, sollte Ziel eines jeden Hattuscha-Besuchers sein.
Weiterführende Informationen unter: Deutsches Archäologisches Institut

Das Hethitologie-Portal der Universität Mainz
verfolgt u.a. das Ziel, hethitische Quellen und Dokumente online zur Verfügung zu stellen und Datensammlungen für die Weiterverwendung aufzubereiten und vor dem Verfall zu bewahren. Weitere Informationen unter: Hethitologie-Portal