Dialog mit der islamisch geprägten Welt

Islamkonferenz Bild vergrößern (© Dirk Enters) Mit etwa 3,2 Mio Muslimen, davon rund 4 Mio. (2,5 türkischer Herkunft) in Deutschland eines der europäischen Länder mit der höchsten muslimischen Bevölkerungszahl. Angefangen vom Bau von Moscheen über das islamische Schächten von Tieren, dem Tragen des Kopftuches bis hin zum islamischen Religionsunterricht sind mit dem Beginn der Migration in den 60’er Jahren für die deutsche Gesellschaft völlig neue Fragen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichen Glaubens entstanden. Sowohl die Politik als auch die Jurisprudenz standen vor der Herausforderung, Weichen für das friedliche Zusammenleben zu stellen. Diese Prozesse sind begleitet vom einem zunehmenden Gefühl der Unsicherheit. Vorurteile und neue Feindbilder sowohl im Westen als auch im Osten ziehen Menschen in ihren Bann. Angesichts dieser Entwicklungen wurde mehr denn je die Notwendigkeit der Stärkung des gegenseitigen Verständnisses, und der Toleranz zwischen der islamisch geprägten Welt und der westlichen Welt deutlich.

Außenminister Westerwelle beschreibt diese Herausforderung: „Dialog erfordert verstehendes Zuhören und engagiertes Vermitteln. Dialog öffnet Türen und baut Brücken. Dialog lebt aus der Reflexion von Positionen – der eigenen wie der anderen. Dialog umfasst Rationales und Emotionales. Ein lebendiger Diskurs im Innern wie auch nach außen braucht Herz und Verstand, Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt.“

Das Auswärtige Amt führte daher im Jahr 2002 Maßnahmen zur Verstärkung des Kulturdialogs zwischen Deutschland und den Ländern der islamisch geprägten Welt ein. Neben einem Amt des Beauftragten für den Dialog mit der islamisch geprägten Welt wurde ein Arbeitsstab mit einem Netz von sprach- und fachkundigen ReferentInnen an den deutschen Auslandsvertretungen in der islamischen Welt gegründet.

Auch die Botschaft Ankara gehört zu den Auslandsvertretungen mit einer eigenen Arbeitsstelle für den Dialog mit der islamisch geprägten Welt.

Dialog mit der islamischen Welt

Projekt „Intensivsprachkurse für türkische Religionsbedienstete mit landeskundlichem Programm“

Das Projekt „Intensivsprachkurse für türkische Religionsbedienstete mit landeskundlichem Programm“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Auswärtigen Amts, des Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten und des Goethe – Instituts Ankara.

Studentenprojekt Islamische Theologie

Um die in Ankara studierenden deutschen Theologie-Studenten türkischer Abstammung auf ihre seelsorgerischen und religionsspezifischen Aufgaben in DEU vorzubereiten, führte die Botschaft 2009 erstmalig ein Projekt zu Verbesserung von deren Kompetenzen in der interkulturellen und interreligiösen Sprachmittlung durch.