Medien in der Türkei

Seit Aufhebung des staatlichen Monopols für Rundfunk und Fernsehen 1993 hat sich eine Vielzahl privater Fernsehsender etabliert, die überwiegend kommerzielle, zum Teil aber auch politische Interessen verfolgen. Die Medienlandschaft ist wirtschaftlich stark konzentriert und mit anderen wirtschaftlichen Interessen – Banken, Stromerzeugung, Mobilfunk – in großen Holdings verbunden (Doğan-Gruppe, Doğus-Gruppe, Çukurova-Gruppe, Çalik-Gruppe). Die mit Abstand größte Mediengruppe ist die Doğan-Medien-Holding (Hürriyet, Milliyet, Kanal D, CNN-Türk u.a.), an der auch die deutsche Axel-Springer AG beteiligt ist.

Die Pressefreiheit ist verfassungsrechtlich zwar verankert. In der Praxis jedoch gibt es immer wieder gravierende Probleme für Berichterstattende: zum einen als Ausfluss der wirtschaftlichen Verflechtungen mit anderen Unternehmensteilen und Interessen innerhalb einer Holding.

Zum anderen auch, weil die Pressefreiheit von Seiten der Politik immer wieder massiv angegriffen wird, und Journalisten sich häufig mit Verfahren – sowohl im Bereich des Straf- als auch des Zivilrechts – konfrontiert sehen. Die EU-Kommission geht in ihrem Fortschrittsbericht vom 16.10.2013 von mehreren Dutzend  wegen ihrer Tätigkeit inhaftierten Journalisten aus.

Im Rahmen der Proteste um den Gezi-Park  wurde deutlich, dass die Berichterstattung in den sozialen Medien die in der Türkei als unzureichend wahrgenommene„klassische“ Berichterstattung überlagerte und sich damit auch den Einwirkungsmöglichkeiten auf diese in vielen Fällen entzog.

Die EU-Kommission kritisiert in ihrem Fortschrittsbericht 2013 die Einschränkungen der Medienfreiheit als besorgniserregend.

Hinweis

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