Hochschulen

Helle Köpfe Bild vergrößern Helle Köpfe (© dpa/pa) Der türkische Hochschulrat (YÖK) koordiniert Finanzen, Inhalte und Personalplanungen der Hochschulen. Er betreibt mit Nachdruck die Internationalisierung der türkischen Wissenschaft. Der Entwurf eines neuen Hochschulgesetzes mit weitreichenden Änderungen u.a. für den Zuständigkeitsbereich des türkischen Hochschulrates durchläuft zurzeit einen gesellschaftlichen und politischen Abstimmungsprozess.

Wegen des Fehlens eines umfassenden dualen Ausbildungssystems und aufgrund der demographischen Entwicklung besteht in der Türkei seit jeher ein starker Andrang an den Universitäten. Insgesamt studierten im Studienjahr 2012/2013 4,97 Mio. (davon 1,5 Mio. im Fernstudium) an 109 staatlichen Universitäten und 69 staatlich anerkannten privaten Stiftungsuniversitäten. Es gab 130.653 Tausend Hochschulbeschäftigte.

Dabei erhalten nur ca. 40 Prozent der türkischen Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung die Möglichkeit, ein Hochschulstudium aufzunehmen. Die Studiengebühren an den privaten Universitäten betragen zwischen 5.000 und 12.000 US-Dollar pro Jahr. Die staatlichen Universitäten sind finanziell vergleichsweise weniger gut ausgestattet. Der Anteil des BIP, der in Forschung und Entwicklung investiert wird, beträgt etwa ein Prozent. An türkischen Universitäten studieren rund 44.000 Ausländer. Der Anteil der Studierenden aus EU-Mitgliedstaaten nimmt u.a. aufgrund der ERASMUS-Austauschprogramme stetig zu. Gleiches gilt für die USA.

Seit 2004 hat vor allem die gleichberechtigte Teilnahme der Türkei an wichtigen EU-Programmen im Bereich Bildung und Forschung (SOKRATES/ERASMUS und 6. sowie 7. Forschungsrahmenprogramm) zu einer deutlich stärkeren Hinwendung der türkischen Wissenschaft nach Europa geführt. Im ERASMUS-Programm ist Deutschland kontinuierlich das mit Abstand beliebteste Zielland für türkische Studenten und Wissenschaftler.