Berufliche Bildung

Auszubildende im Tischlerhandwerk  Bild vergrößern Auszubildende im Tischlerhandwerk (© dpa) Jugendliche, die im formellen Bildungsweg berufliche Kenntnisse erwerben wollen, können nach Abschluss der 8. Klasse ein Berufsgymnasium (Meslek Lisesi) besuchen, das neben dem türkischen Gymnasialabschluss eine überwiegend schulische „Berufsausbildung“ anbietet. Die berufsbildenden Schulen liegen in ihrem Ansehen weit hinter den allgemeinbildenden Gymnasien (Lise) und wurden bislang meist nur bei Nichtbestehen der Aufnahmeprüfung für ein allgemeinbildendes Gymnasium gewählt.

Darüber hinaus bestehen in deutlich geringerer Anzahl Berufsschulen, die eine duale Ausbildung (in Anlehnung an das deutsche System) anbieten. Schüler, die eine derartige Ausbildung machen, erhalten ein Drittel des Mindestlohns und sind staatlich sozialversichert. Wirtschaftsverbände und -kammern fordern eine weitergehende Förderung der beruflichen Bildung, um junge Menschen besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorzubereiten. Sie initiieren hierzu auch verschiedene Kooperationen mit ausländischen Firmen und Hochschulen.

Neben der schulischen und dualen Ausbildung existiert weiterhin auch die traditionelle –weitgehend außerschulische – Lehrlingsausbildung.

Welche Auswirkungen die Bildungsreform vom Frühjahr 2012 auf die berufliche Ausbildung/Berufsschulen in der Türkei haben wird, ist noch nicht abschließend absehbar. Durch die Verlängerung der Schulpflicht von acht auf zwölf Schuljahre ist die Schülerzahl in den Berufsgymnasien jedoch bereits deutlich angestiegen. Die Zahl der außerschulischen Lehrlingsausbildungen wird voraussichtlich hingegen (weiter) sinken.