Der ehemalige deutsche Daviscupspieler Marc-Kevin Göllner

Bild vergrößern Marc-Kevin Göllner hat zum mittlerweile 4. Mal mit seiner „MKG“ Tennisakademie ein Ostertrainingslager in Belek bezogen.

Goellner wuchs in Brasilien als Sohn eines Diplomaten auf und wurde erst mit 16 Jahren in Deutschland wohnhaft. Marc-Kevin Goellner ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Er gewann 1993 in Nizza sein erstes Turnier im Einzel gegen Ivan Lendl und erreichte in dem Jahr das Finale der French Open im Doppel.

1993 gewann er mit der deutschen Mannschaft den wichtigsten Titel seiner Karriere, den Davis Cup.

1996 gewann er zusammen mit seinem Doppelpartner Prinosil die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Atlanta.

Sein Markenzeichen war die verkehrtherum aufgesetzte Baseball-Kappe.

Seit seiner professionellen Karriere betreibt er seine eigene Tennisakademie, die MKG Tennis-Akademie in Köln.

 

Das Konsulat konnte ihn zu einem Gespräch im Hotel Cornelia Diamond in Belek treffen und ich konnte ihm dabei ein paar Fragen stellen:

 

Herr Göllner, herzlich willkommen in der Türkei, es ist anlässlich der letzten Anschläge innerhalb und außerhalb der Türkei nicht selbstverständlich, dass Sie mit Ihren zum Teil sehr jungen Spielern in die Türkei kommen.

Nun, ich habe mich im Vorfeld natürlich erkundigt, sowohl bei Freunden, im Konsulat, beim Auswärtigen Amt und ich bin überzeugt, dass hier in Antalya alles getan wird, um die Sicherheit der Touristen zu gewährleisten.

Der Wetteraspekt und das Klima allgemein, das wunderbare Hotel (Cornelia Diamond), hervorragende Plätze, im Bedarfsfall eine gute medizinische Versorgung, liebenswerte Menschen, wir sind gern in Antalya/Belek und fühlen uns hier wirklich wohl. Viele unserer Kinder sind mit Eltern gekommen, unser Trainingslager ist auch teambildend und hat einen Anstrich von Familienurlaub.

 

Sie sind ein Kind des Auswärtigen Amtes, wurden in Rio geboren, sind danach viel mit den Eltern gereist, war dieses Leben für Sie im Nachhinein gesehen ein Vor- oder ein Nachteil?

Es hat mir auf jeden Fall geholfen, ich hatte, anders als viele andere Tennisspieler, nie das ganz große Heimweh, zu Hause ist und war für mich immer da, wo meine Familie ist.

 

Ihr Markenzeichen war die verkehrt aufgesetzte Baseballkappe, wie kam es dazu?

Ich spielte ein Turnier in Nizza und die Sonne schien sehr unglücklich zwischen Hochhäusern und Tribüne. Da habe ich die Kappe anders herum aufgesetzt, ich gewann dieses Turnier gegen den großen Ivan Lendl in 3 Sätzen und die BILD Zeitung hat daraus eine Story gemacht, seither gab es mich immer in Verbindung mit dieser Cap.

 

Rund 20 Jahre nach dem Gewinn Ihrer olympischen Bronzemedaille – wie beurteilen Sie Ihre Karriere im Nachhinein, alles richtig gemacht?

Nicht alles, ich habe einige Doppelfehler in meiner Karriere gemacht, (schmunzelt) aber es war insgesamt eine wunderschöne Zeit. Der Gewinn des Daviscup war so etwas Großartiges, das vergisst man beispielsweise nie.

 

Sie fördern in Ihrer Tennisakademie junge Talente auf dem Weg nach oben, ist ein neuen Marc Kevin Göllner darunter?

Wir haben in unserer Akademie einige sehr hoffnungsvolle Talente, die wir behutsam aufbauen und im Idealfall für den Profisport vorbereiten wollen. Wir haben derzeit 31 junge Talente in der Akademie, allerdings auch einige gute Hobbyspieler, die ebenfalls versuchen, jeden Tag noch ein wenig besser zu werden. Die Jüngsten hier sind 12 Jahre, andere etwas älter. Ich denke 5, 6 unserer SpielerInnen haben wirklich das Zeug eine gute professionelle Tenniskarriere einschlagen zu können.

 

Wie beurteilen Sie die heutige Tennisszene im Vergleich zu Ihrer aktiven Zeit?

Das damals typische Serve and Volley Spiel stirbt aus, für den Zuschauer werden die Spiele wieder interessanter, da viel mehr gespielt wird. Die Bälle und damit die Ballwechsel sind langsamer geworden, so haben die reinen Aufschläger nicht mehr den Vorteil wie damals, zudem hat sich der Tennissport auch physisch weiterentwickelt. Was das Finanzielle betrifft: Man benötigt für eine Tenniskarriere etwa 100.000 € im Jahr, das muss man erst einmal über Preisgelder und Sponsoren zusammenbringen, die Konkurrenz relativ vieler, ähnlich spielender Spieler, die zudem in etwa auf dem gleichen Leistungslevel sind, ist deutlich höher als damals. Tennis ist aber ein Breiten- oder Volkssport geworden, Deutschland zählt rund 8 Millionen Mitglieder, zweifelsohne hätte es sich ohne den früheren Boom nie so entwickelt.

 

Sie sind verheiratet, haben 3 Kinder, spielen Ihre Kinder auch Tennis, gibt es möglicherweise Ambitionen in den Profibereich?

Ganz klar nein! Die beiden Großen haben nie das ganz große Interesse am Tennissport gehabt und ich würde sie auch nie gegen ihren Willen dahin bewegen wollen. Mein Sohn ist mehr ein Fußballer und meine Tochter ist glücklich mit ihrer Tätigkeit als Physiotherapeutin. Die Kleinste spielt zwar ganz gern, aber da ist eine Prognose noch zu früh.

 

Welche Perspektiven haben Sie für die nähere und weitere Zukunft?

Ich bin sehr glücklich mit dem was ich tue, ich spiele derzeit noch ein wenig Tennis nebenher und kümmere mich ansonsten um meine Familie und meine MKG Tennisakademie in Köln Rhöndorf  ( http://www.mkgoellner.de/ )

 

Dann wünschen wir Ihnen einen wunderschönen Aufenthalt hier in Antalya/Belek und alles Gute für die Zukunft!

Vielen Dank und herzliche Grüße an das Deutsche Konsulat Antalya.  

 

Der ehemalige deutsche Daviscupspieler Marc-Kevin Göllner